Heimat

Was ist Heimat? Wo ist Heimat? Es sind solche Gedanken, die mir gerade durch den Kopf huschen, die mich neben allem, was um mich her und in der Welt geschieht, beschäftigen. Lässt sich das so eindeutig definieren? So wie viele andere Begriffe wird jeder und jede diesem eine andere Bedeutung geben.

Ich habe meine Heimat gefunden. Doch sie ist nicht dort, wo ich permanent lebe. Es ist nicht möglich, dies zu verwirklichen. Trotzdem bleibt es meine Heimat. Aber ich bin dort weder auf die Welt gekommen noch aufgewachsen. Sie hat sich im Verlauf der Jahre in mir gebildet und darin bin ich heute verwurzelt. Da wo ich aufwuchs, sind keine Wurzeln. Da wo ich viele Jahre lebte, empfinde ich den Begriff nicht als passend. Ich frage mich deshalb, ist Heimat vielleicht nur in einem Menschen drin? Das kann nicht sein oder? Wie gesagt, jeder und jede wird das anders verstehen. Mögt Ihr nicht hier etwas darüber schreiben und beschreiben, wie Ihr es empfindet? Das wäre schön.

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8 Gedanken zu „Heimat“

  1. Hei og god morgen Marina,

    vor ein paar Wochen fand ich nun endlich meine Heimat. Sie befindet sich in der Region um den Lysefjord (59° 0′ 0″ N, 6° 14′ 0″ O) in »Norge«. Jetzt müßte ich bloß noch in das Jahr 512 CE zurück reisen können.

    Den gode ting om denne verden og vennlig hilsen, Nick

    1. Hallo Nick, nun das zweite wird schwieriger sein. Aber es freut mich, dass du sie gefunden hast. Die Gegend ist ja auch schön. So schnell in dir entstanden?

      Bei mir brauchte es doch trotzdem einige Jahre, bis ich es ganz in mich aufnahm. Obwohl sie mich von Anfang an packte, vom ersten Sehen an. Ich liess es sich setzen und das tat es dann auch. 🙂 Und heute ist es ganz klar für mich.

      1. Nun, eigentlich habe ich das schon lange so empfunden, doch ich mußte es erst einmal persönlich erleben, um es wirklich glauben zu können. Während meiner Reise habe ich sehr viel erlebt, viel gesehen und noch mehr gespürt. Ja, ich bin angekommen und habe das Gefühl, in besagter Gegend gefunden zu haben, wonach ich schon lange suchte. Die hohen Energien dieses unglaublichen Landes mit den einsamen Gebirgen, den Fjells mit ihren unzähligen Seen und den Fjorden, haben mich in ihren Bann gezogen und lassen mich nicht mehr los. Extrem viel Wasser, mächtige Felsen und riesige Wälder zeichnen ein unvorstellbar schönes Bild. Heute könnte ich vor Glück und aber auch Heimweh heulen, sobald ich daran zurück denke. Für mich steht nun endgültig fest, daß »Sveits« nun endgültig unpassend für mich und mein Leben ist. »Norge« ist meine Bestimmung und ich werde die nächsten zwei Jahre damit verbringen die Sprache zu lernen, damit ich dort schon bald Fuß fassen kann.

        Vennlig hilsen til Sør-Frankrike, Nick

        1. Ich kann dich verstehen. Auch wenn wir dadurch sehr weit auseinander driften. Berge nehmen mir ja zum Beispiel den Atem, ersticken mich, erschlagen mich. Aber vielleicht kann ich es mir dann doch einmal ansehen. Wer weiss. Ich freue mich für dich. Für mich selbst bin ich ein wenig traurig. 🙂

          Leben könnte ich, wo es dich hinzieht, nicht. So wie es Zeiten gibt, in denen es beinah nur hell ist, gibt es ja leider auch Zeiten, in denen es dunkel ist. Und siehe Berge 🙂 Ich brauche die weite Ebene, um leben zu können und ich bin wohl im Süden.

          Alles Gute für dich 🙂

          1. Und ach ja, nicht traurig sein. Was sind schon die ungefähr 2’400 Kilometer mit dem Auto, wenn man statt dessen gemütlich fliegen kann?

  2. Was ist jedoch dann, wenn man seine eigene Heimat in dem Sinne, wie Du es empfindest, noch gar nicht gefunden hat, sich nirgends mehr beheimatet fühlt oder gar in der falschen Zeit lebt?

    1. Dann ist man auf der Suche danach. Und auch die Suche ist ein Zustand, ein Weg, der zu gehen, spannend sein kann.

      Eine Grundheimat hast du in dir. Wie ein Boden. Den hat jeder, der ein Elternhaus hat. Auf diesem Boden kann er dann aufbauen, was er selbst zu seiner Heimat machen will und die er dann als solche empfindet. Andere mögen das ganz anders sehen. Das ist ja das Spannende an solchen Gedanken. Manchmal ist es so, dass die Heimat zu einem findet. Natürlich ist das alles nicht in dem Sinne, in dem sonst der Begriff verwendet wird. Ich habe ihn nun so für mich definiert. Ich hatte auch ein Zuhause und Heimat war hier auch ein stückweit für mich. Der Boden ist jedoch nicht mehr da. Meine Wurzeln wurden entfernt mit ihm. Und so war auch ich auf der Suche. Ich fand und kann doch nicht dort leben. Und so versuche ich, auf einer anderen Basis wieder damit umzugehen. Ein Versuch ist es. Denn wie immer im Leben, müssen wir versuchen, mit dem, was ist, das Beste zu machen. Hätte ich diese Gedanken nicht in mir, dann wäre alles viel trauriger und nicht mehr erträglich.

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