Dorothee Sargon – Interview

Dorothee Sargon hat sich wagemutig meinen Fragen gestellt. Viel Vergnügen beim Lesen.

Dorothee Sargon
Dorothee Sargon

 

Wie hast du mit Schreiben angefangen? (Erzähl es uns in einer kurzen Episode)
Seit ich denken kann, erzähle ich gern Geschichten aller Art, besonders Episoden aus meinem reich gefülltem Leben. Stets hören mir Freunde und Bekannte gespannt zu. Ist eine Geschichte zu Ende, verlangen sie nach der Nächsten.
So auch an meiner 55. Geburtstagsfeier. Nachdem ich wieder eine meiner Geschichten zum Besten gegeben hatte, erlaubte ich mir einen Scherz: „Sobald ich pensioniert bin, schreibe ich ein Buch.“
Aus Scherz wurde Ernst. Heute ist Schreiben mein Hobby. Vier Bücher sind veröffentlicht. Das Nächste lauert auf den Startschuss. Mein sechstes Manuskript wartet nur darauf, zum Leben erweckt zu werden.

Warum schreibst du?
Zum Schreiben kam ich, als mir nach vielen Jahren die Tagebücher über den Werdegang meines Sohnes wieder in die Hand fielen. Er war ein eigenwilliges Kind und stellte mich täglich vor neue Herausforderungen. Meine Methoden waren nicht alltäglich, ich liess ihm viel Freiheit, so lernte er schnell durch Selbsterkenntnis, dass nicht immer gut war, was er sich ausdachte.

Deine Themen?
Nach dem Boss-Buch konnte ich nicht mehr aufhören. Ich fing an, meine Lebensgeschichte in zwei Teilen zu schreiben. Den ersten Teil: „Ein Leben ist für mich nicht genug“ schrieb ich, um Menschen zu zeigen, dass man fast alles erreichen kann, auch wenn die Lage noch so aussichtslos erscheint. Das Buch soll Mut machen und aufzeigen, dass unser aller Leben nicht immer geradlinig verläuft. Es liegt an uns, es anzunehmen und das Beste daraus zu machen.
Mein drittes Buch „Arbeitsleben ade! Rentnerleben okay?“ Hurra wir gehen nach Espana
soll ebenfalls Mut machen. Wir gehören jenseits der Sechzig nicht zum alten Eisen, besitzen noch ungeahnte Energien, können aus unserem reichen Erfahrungsschatz profitieren und Aufgaben bewältigen, die vielen Jüngeren vielleicht Probleme bereiten. Tatsächlich ist es doch oft so, dass Menschen zu Beginn der Berentung in eine Depression verfallen, es ihnen schwerfällt, umzudenken und sich neu zu orientieren. Dabei gilt es doch nur, ihre Energie in andere Bahnen zu lenken.

Wie findest du sie? Woher kommen deine Ideen? Wie entstehen sie?
Aus dem Leben. Es bietet so viele Geschichten. Gerade habe ich mein Manuskript „Please, chat with me!“ einem Verlag eingereicht. Hier geht es um mehr als nur eine Liebesgeschichte zwischen einem jüngeren Mann und einer älteren Frau in Facebook. Es wird alles hinterfragt. Warum besitzen Worte so eine starke Kraft? Kann man mit Worten manipulieren? Gedanken über gesellschaftliche Werte. Warum geht man ins Internet, um einen Partner zu finden? Über Romance- und Love-Scamming wird berichtet, über die Vorgehensweise und vieles mehr.
Und meine 2 Brummi-Bücher warten auf Zeichnungen. Geschrieben sind sie, das erste Buch „Brummi, der kleine Bär“ ist im März erschienen. Ich schreibe gern Lausbuben- geschichten mit erzieherischen Wert, aber niemals mit erhobenem Zeigefinger.

Schreibst du mit Musik? Wenn ja, mit welcher?
Nein

Wenn nein, was hilft dir? Dein Rezept.
Ich brauche absolute Ruhe. Meine beste Zeit zu schreiben ist die Nacht.

Wo schreibst du? (Plätze, Orte, Räume)
Wir leben überwiegend in Spanien. Alle Bücher wurden hier geschrieben. Ich habe ein kleines Büro, wenn die Tür geschlossen ist, möchte ich nicht gestört werden. Das weiss meine Familie. Manchmal schreibe ich auch auf der Terrasse.

Wenn du einen Sonnenuntergang betrachtest, was löst es in dir aus?
Jeden Tag sehe ich die Sonnenuntergänge von unserer Terrasse. Diese Farbenvielfalt lässt mich ruhig werden. In Spanien sind die Sonnenuntergänge besonders gewaltig, sie vermitteln mir das Gefühl, im Paradies zu leben.

Wenn du übers Meer oder übers Land schaust, welche Gedanken schweben dir zu?
Ich bin dankbar, dass ich gerade jetzt lebe und alles in mich aufnehmen kann. Manchmal fühle ich mich angesichts der Natur wie eine kleine Stecknadel, die man nur sporadisch braucht.

Was fällt dir spontan ein, wenn du die Baumrinde eines alten Baumes ansiehst?
Ich liebe Bäume, besonders alte. Oft fasse ich den Stamm an oder lehne meinen Rücken an den Stamm, schliesse meine Augen und nehme seine Energie auf. Denke über sein Alter nach, seine Versorgung, blicke in das Geäst und freue mich, wenn er gesund ist.

Was siehst und denkst du, wenn du den Mond betrachtest?
Zum Mond habe ich keine besondere Beziehung.

Was für Wünsche hast du?
Noch einige Bücher zu schreiben, gesund zu bleiben und mit Familie und Freunden noch viele schöne Stunden zu erleben.

Wie siehst du die Erde und ihre Bewohner?
Die Erde ist mein Sorgenkind. Die Bewohner erscheinen mir oft rücksichtslos.

Wie entspannst du dich?
Ich arbeite immer noch als Kosmetikerin im eigenen Studio. Habe täglich meine Kunden. Ich entspanne mich bei den halbstündigen Gesichtsmassagen mit Akupressur. Oft denke ich: „Wenn meine Kunden wüssten, dass sie für meine Entspannung sorgen! Ob sie dann auch noch bereit sind, die Rechnung zu bezahlen?“

Dein Buch, das dir gerade jetzt am wichtigsten und liebsten ist:
Ich kann kein Buch bevorzugen, alle sind wichtig. Ob Kinderbücher, Biografien oder Roman. In ihnen steckt meine Energie, meine Art, das Leben zu meistern.

Was möchtest du deinen Lesern und Leserinnen gerne sagen?
Niemals aufgeben. Das Leben und die Aufgaben anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Denn wer aufgibt, hat verloren.

Ich danke dir ganz herzlich für das Interview und wünsche dir viel Erfolg in deinem Tun.

Meine Homepage: www.autorin-dorotheesargon.de

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3 Gedanken zu „Dorothee Sargon – Interview“

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