Brauchtum

Manade und Brauchtum

Die meisten der Bräuche in diesem Land drehen sich um den Stier, um das Pferd, um Legenden und Geschichten. Sie sind bis dahin echt geblieben und mit dem Alltag verwurzelt. Sie gehören zu den Menschen und zur Landschaft. Diesen Bräuchen sollte der Reisende / die Reisende mit Respekt begegnen

Eine Manade ist eine Herde, in der meist Stiere und Pferde nahezu wild Sommer und Winter im Freien zusammenleben. Der Manadier ist der Besitzer dieser Herden.

Gardian: Hirte, Hüter. Verantwortlich für das Wohlergehen von Stieren und Pferden, die ihm anvertraut wurden und ihm immer noch anvertraut werden. Einiges hat sich heute zwar geändert. Viele der Arbeiten werden von Freunden im Ort mit ausgeführt, weil sich manche Manadiers nicht viele Angestellte leisten können. Aber man hilft einander aus.

Camargue Kreuz
Camargue Kreuz

Gardian-Hütte – Cabane: (heute nur noch selten ursprünglich benutzt) Gedeckt mit Schilf

Abrivado: Ankunft. Aufgalopp der Gardians, einkreisen des Stieres zwischen den Pferden, während das Volk versucht, die Pferde zu erschrecken und die Formation zu sprengen, damit die Stiere entweichen können. Auch harmlose dörfliche Stierspiele.

Bandido: Das Loslassen. Nach dem Stierspiel werden die Tiere, wiederum von Reitern umringt, galoppierend in die Weide hinausgejagt

Ferrade: Markierung: Von „fer“= Eisen. Ferrade wird der ganze Vorgang des Markierens genannt. Einfangen des Stierkalbes – Brennen – Parade der Gardians – Vorführen der Reitkünste in faszinierenden Spielen. Die Ferrade wird meistens als Fest durchgeführt.

Aficionado
Das ist kein Brauch, sondern eine Bezeichnung. Liebhaber der Stierspiele, der sich aber nicht nur durch Sachverstand auszeichnet, sondern mit seinem Thema ein Ideal verbindet. Auch auf dem Gebiete dr Tsiganologie gibt es Aficionados, die oft längere Zeit mit den Zigeunern herumziehen. Gewinnt ein Aficionado das vollständige Vertrauen der Zigeuner, so wird er ein „romani rai“, ein Zigeunerfreund. Die Zigeuner der Camargue sind die Gitans und sie gehören zur Landschaft wie alles andere hier. Über sie handelt ein separates Kapitel.

Zu diesem Thema gleich noch ein Brauch: Die Wallfahrten

24. – 26. Mai zum Beispiel
Das Fest der Sarah, der Schutzpatronin der Zigeuner am 24. Mai
Fahrende aus ganz Europa oder sogar von noch weiter her treffen sich in Les Saintes-Maries-de-la-mer zu ihrem Fest. Und es ist das Eindrücklichste, das man erleben kann, wenn jemand mit offenem Herzen daran teilnimmt. Aber nur dann.

Das Fest der beiden Marien von Saintes-Maries am 25. Mai
Auch bei dieser Wallfahrt nehmen die Fahrenden mit den anderen zusammen teil. Wie auch am Sarah-Fest die Gardians mit ihren schönsten Kleidern.

Der Gedenktag für den Marquis Folco de Baroncelli am 26. Mai
Mit Abrivado
Mit Gedenkgottesdienst
Mit Fest in der Arena

Und mit einer ganze besonderen Zeremonie an seinem Grab etwas ausserhalb von Les Saintes. Es ist etwas Stilles, nicht Sensationelles. Aber jeder, der dieses Land in sich aufgenommen hat, wird bei dieser Zeremonie Land und Leute so nahe sein, wie nirgends sonst. Ich habe es als etwas Wunderschönes erlebt. Zu diesem Mann auch in einem separaten Kapitel mehr.

Es gibt auch hier viel mehr Feste und Bräuche, all die Dorffeste zum Beispiel, inm Oktober noch einmal eine Pellerinage, bloss würde das alles den Rahmen der Seite sprengen. Ich muss mich beschränken. Ein schöner Anblick bei jedem Fest sind auch die Arlesienne, die Frauen und die Mireilles, die Mädchen in den Trachten.

Die Stierspiele der Camargue habe ich bereits erwähnt auf der Seite über den Stier, darum lasse ich das hier beiseite. Die meisten Angaben stammen auch hier aus dem Buch „Wilde Camargue“ von Henri Aubanel – de Baroncelli oder von selbst Erlebten im Laufe der Jahre.

 

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